Klööntiet unterm Windrad

Was passiert eigentlich mit Windkraft- oder Photovoltaikanlagen nach der festgeschriebenen Vergütungsregelung von 20 Jahren? Dieser Frage ging der parteilose und unabhängige Bürgermeisterkandidat Willi Brüning am vergangenen Sonntag, gemeinsam mit Jörn Küwen (FDP) und weiteren Gesprächsteilnehmern nach. August Möllering, Experte für regenerative Energien, meinte, dass nach der EEG-Förderung eine Direktvermarktung erfolgen muss. Dies stellt viele kleine Erzeuger vor große Probleme. Viele Photovoltaik- und Windenergie-Anlagen (PV und WEA), die einwandfrei laufen, müssten daher vom Netz genommen werden.

Das macht im Hinblick auf die Klimaziele und dem geforderten Umstieg auf erneuerbare Energien wenig Sinn. Es würden dadurch wichtige Energiequellen versiegen, und Ressourcen verschwendet. Technisch lassen sich alte Anlagen nach entsprechender Begutachtung oftmals problemlos weiterbetreiben. Ein Rückbau ist daher erst später notwendig, konnte Jörn Küwen als Tragwerksplaner bestätigen.

Im Weiteren hörten die Anwesenden der möglichen Nutzung des Stroms aus der eigenen Photovoltaikanlage interessiert zu. Mit dem nachträglichen Einbau eines Stromspeichers könnte beispielsweise auch in den Nachtstunden selbst produzierter Strom genutzt werden, was sich je nach Nutzung durchaus rechnen kann. Auch E-Autos können mit der PV Anlage versorgt werden.

Und Speicherung war ein weiteres Thema. Verschiedene Hersteller bieten beispielsweise Großspeichersysteme an, in dem alte Batterien von E-Autos eingesetzt werden. Für private Nutzer werden derzeit aber nur Speicher bei neuen PV-Anlagen vom Staat gefördert. Speicher die in alte Anlagen integriert werden erhalten keinen Cent. Hier sollte langfristig ein Umdenken auf Bundesebene stattfinden.

Die Gemeinde kann die Energiewende jedoch unterstützen, indem sie die Gemeindewerke Neuenkirchen um die Sparte Strom erweitert. Dann ließe sich Strom aus PV und WEA, bündeln und als zertifizierter Grünstrom bei Energieversorgern vermarkten. Dazu regt der Bürgermeisterkandidat an, den Strom aus erneuerbaren für unsere Schulen, öffentliche Gebäude und Straßenbeleuchtung oder Ladestationen in unserer Gemeinde zu nutzen.

„Für mich ist nicht nur eine Förderung von neuen Photovoltaikanlagen für ein klimafreundliches Neuenkirchen wichtig. Durch innovative Wege müssen wir aber auch funktionstüchtigen Alt-Anlagen den Weiterbetrieb ermöglichen. Unser Gespräch hat mir interessante Möglichkeiten aufgezeigt“, zog Willi Brüning sein Fazit und bedankte sich bei August Möllering, Jörn Küwen und den anderen Teilnehmern.

 


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