Große Resonanz unter der Kaufmannschaft

Den Einstieg fanden die teilnehmenden Kaufleute nach der Begrüßung durch Lukas Heßling (Vorsitzender der FDP) über einen Austausch von „Neuenkirchen bringt’s" und die Gutscheine, die wegen der Corona-Krise über den Verkehrsverein verkauft werden.

Willi Brüning leitete dann zu einer angenehm sachlichen und konstruktiven Diskussion über. 

„Wir wollen uns nicht an alten Dingen festhalten. Wir wollen ja die Großwetterlage sehen und gemeinsam zusammenhaltend Veränderungen herbeiführen, um nicht nur immer zu reden, sondern wirklich etwas zu bewegen!“

Franz Keizer von Foto Keizer sprach über die Rheiner Straße. „Wenn man als Fremder in den Ort fährt, schaut man auf eine häßliche Wand und ein wenig weiter auf eine Klagemauer. Das wirkt auf Ortsfremde nicht gerade einladend. Ich finde, da müsste was geändert werden!“ Dagmar Leewe von H31 gab zu bedenken, dass es Eigentümersache sei, etwas zu verändern. „Die müssen da mitspielen.“

„Laut Einzelhandelsgutachten soll das Hecking Center bewusst gefördert und gestärkt werden. Damit ist auch klar, dass auf der anderen Seite alles verödet. Die Attraktivität sollte doch auf beiden Seiten gleich sein“, bemängelte Jörg Rauße von Schuhe Rauße. „Es wurde uns ein Knochen versprochen und immer wieder schmackhaft gemacht. Der hat aber von Anfang an nicht funktioniert, weil er nie richtig angepackt wurde“, führte Norbert Leewe fort.

Jürgen Coße (SPD) dachte laut darüber nach, die derzeitige Situation für Ortsfremde zu verbessern. „Es gibt sicher Fördermittel für eine Ortskerngestaltung. Da werde ich mich mal schlau machen.“

Alle waren sich einig darüber, dass im Ortskern gravierende Veränderungen stattfinden müssen. Es sei ein Haufen Geld in die Fußgängerzone investiert worden, aber unter diesen Umständen bringe es gar nichts, war der einhellige Tenor der Kaufleute. 

Bianca Rauße sprach über die gelungene Modernisierung, bemängelte jedoch fehlende kleine Oasen. „Mit wenigen Mitteln wie zum Beispiel Blumenkästen und gemütlichen Bänken könnte hier Abhilfe geschaffen werden, um etwas länger im Dorfkern zu verweilen und dann einfach mal einen Coffee to Go zu trinken oder ein Buch zu lesen.“ Manuela Teupe (SPD) regte an, den Markt mal in die Abendstunden zu verlegen und durch weitere alternative Angebote, ähnlich dem Kalten Markt zu ergänzen. „Ich bin berufstätig und habe leider keine Möglichkeit, den Markt am Freitagvormittag zu besuchen“, fuhr sie fort. 

Dass es der Gemeinde Neuenkirchen bislang an einem Marketingplan mangelt, war ebenfalls Thema. „Wie sollen wir uns als Neuenkirchener Kaufmannschaft positionieren? Es wird wenig unternommen und nichts in Konzepte sondern mehr in Steine investiert. Wir brauchen ein klares Bekenntnis von der Gemeinde, uns hier halten zu wollen!“ lautete die Forderung der Kaufleute. 

Weitere Themen waren eine verlängerte Öffnung der Hauptstraße für Versorgungsfahrten, allerdings ohne Durchgangsverkehr. Auch der Bürgerbus mit seiner Route und seinen Haltestellen wurde angesprochen sowie das Gastronomiesterben oder eine Wirtschaftsförderung seitens der Gemeinde. Es gäbe zwar zwei Gutachten, aber die verstauben in der Schublade.

„Was fehlt Neuenkirchen wirklich? Es hat alles ein Für und Wider und deswegen suchen wir solche Gespräche. Am Ende waren viele positive Aspekte dabei und es muss weitergehen“, zog Willi Brüning nach gut eineinhalb Stunden sein Fazit.

Der Bürgermeisterkandidat schlug vor, sich Gedanken zu machen und Anregungen und Ideen zu sammeln, damit man sich in vier Wochen gemeinsam mit den Gastronomen wieder zusammensetzen könne. Termin und Ort würden rechtzeitig bekanntgegeben.

 


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